Kia EV3 im Alltag – mein 14-Tage-Praxistest

Vierzehn Tage war der Kia EV3 bei mir im ganz normalen Alltag unterwegs – auf dem täglichen Arbeitsweg, in der Stadt, auf Landstraße und Autobahn und natürlich auch am Schnelllader.


Dabei ging es mir weniger um Prospektwerte als um die Fragen, die nach einigen Tagen mit einem Elektroauto tatsächlich wichtig werden: Wie angenehm fährt er sich? Wie gut funktionieren Bedienung und Assistenzsysteme? Was ist auf der Autobahn realistisch? Und wie gut passen Reichweite, Navigation und Ladeplanung zusammen?



Auf dieser Seite findest du meine Erfahrungen und die komplette Videoreihe zum Kia EV3 auf einen Blick.

Der Kia EV3 in Kürze

Der Kia EV3 ist ein vollelektrischer Kompakt-SUV und wird mit zwei unterschiedlichen Batteriegrößen angeboten.

Beide Frontantriebsvarianten leisten 150 kW beziehungsweise 204 PS. Mit der größeren 81,4-kWh-Batterie sind nach WLTP – abhängig von Ausstattung und Radgröße – bis zu 605 Kilometer Reichweite möglich.

Modell Kia EV3
Antrieb Elektro, Frontantrieb
Leistung 150 kW / 204 PS
Drehmoment 283 Nm
Batterie 58,3 kWh oder 81,4 kWh
WLTP-Reichweite 58,3 kWh bis zu 436 km
WLTP-Reichweite 81,4 kWh bis zu 605 km
WLTP-Verbrauch ca. 14,9–16,2 kWh/100 km
DC-Laden 10–80 % ca. 31 Minuten
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Länge ca. 4,30 m
Kofferraum 460 Liter
Kofferraum umgeklappt bis 1.251 Liter
Frunk 25 Liter
Einstiegspreis ab 35.990 €

Die technischen Eckdaten habe ich mit den aktuell von Kia Deutschland veröffentlichten Angaben für September 2026 abgeglichen: Der EV3 startet derzeit bei 35.990 Euro, hat als Fronttriebler 150 kW/204 PS, wird mit 58,3 oder 81,4 kWh angeboten und erreicht je nach Version maximal 436 beziehungsweise 605 km WLTP. Kia nennt rund 31 Minuten für 10–80 %.  Kofferraum und Frunk gibt Kia mit 460 beziehungsweise 25 Litern an

Reichweite und Laden in der Praxis

Prospektwerte sind für die Einordnung wichtig. Für mich ist aber entscheidender, was davon im normalen Einsatz übrig bleibt.


Gerade deshalb habe ich den EV3 auch auf längeren Autobahnstrecken gefahren. Unter meinen Testbedingungen halte ich eine Autobahnreichweite von ungefähr 350 Kilometern für eine realistische Größenordnung.


Beim Schnellladen benötigt Kia für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent rund eine halbe Stunde. Auch in meinem Test lag der EV3 in diesem Bereich. Positiv war dabei weniger ein besonders hoher kurzer Spitzenwert als die über einen längeren Zeitraum recht stabile Ladeleistung.


Das macht den EV3 grundsätzlich langstreckentauglich – auch wenn andere Elektroautos inzwischen deutlich höhere Ladeleistungen erreichen.

Bedienung und Assistenzsysteme

Ein Punkt, der mir beim EV3 besonders aufgefallen ist, ist die Mischung aus moderner Bildschirmbedienung und klassischen Tasten.


Viele häufig benötigte Funktionen lassen sich weiterhin direkt bedienen. Das gefällt mir grundsätzlich besser als Fahrzeuge, bei denen nahezu jede Funktion über einen zentralen Touchscreen aufgerufen werden muss.


Ganz einfach ist der EV3 trotzdem nicht. Hinter den Displays verbergen sich sehr viele Menüs, Untermenüs und Einstellungsmöglichkeiten. Manche Funktionen findet man an mehreren Stellen, andere muss man zunächst suchen.


Auch die Assistenzsysteme konnten mich nicht in jeder Situation überzeugen. Besonders bei Baustellen, wechselnden Fahrbahnmarkierungen und bestimmten Spurwechseln hatte ich Situationen, in denen ich lieber selbst die vollständige Kontrolle übernommen habe.

Navigation und Ladeplanung

Für ein Elektroauto mit Langstreckenanspruch gehört eine gute Ladeplanung für mich inzwischen zur Grundausstattung.


Der Kia EV3 kann Ladestopps in die Navigation einbeziehen und grundsätzlich eine elektrische Langstreckenroute planen.


In meinem Praxistest gab es dabei allerdings Punkte, die noch besser gelöst sein könnten. Gerade wenn man sich auf einer längeren Fahrt vollständig auf die Fahrzeugnavigation verlassen möchte, sollten Routenführung, Ladeplanung und die Informationen zur nächsten Ladestation möglichst transparent zusammenspielen.



Hier gehört der EV3 für mich nicht zu den Bereichen, in denen er seine größten Stärken ausspielt.

Platzangebot und Alltag

Mit rund 4,30 Metern Länge bleibt der EV3 vergleichsweise kompakt. Gleichzeitig bietet er einen 460 Liter großen Kofferraum und zusätzlich einen kleinen Frunk unter der Motorhaube.


Gerade der Frunk ist im Elektroauto praktisch, weil dort beispielsweise Ladekabel verstaut werden können, ohne dass dafür der eigentliche Kofferraum geöffnet oder ausgeladen werden muss.



Im täglichen Einsatz empfinde ich den EV3 insgesamt als angenehm unkompliziert. Sitzposition, Federung und Geräuschniveau passen gut zu einem Fahrzeug, das sowohl im Stadtverkehr als auch auf längeren Strecken eingesetzt werden soll.

Mein Fazit nach zwei Wochen

Der Kia EV3 gehört für mich zu den Elektroautos, die sich relativ schnell in den normalen Alltag integrieren.


Er ist komfortabel, bietet ein gutes Platzangebot und kombiniert moderne Technik mit genügend klassischen Bedienelementen. Auch die große Batterie macht ihn grundsätzlich zu einem Fahrzeug, mit dem längere Strecken kein außergewöhnliches Ereignis sein müssen.


Perfekt ist er deshalb nicht.


Die teilweise sehr umfangreichen Menüs, einige Assistenzfunktionen und die Lade- und Routenplanung haben mich nicht in jeder Situation überzeugt. Beim Schnellladen gehört der EV3 außerdem nicht zu den Fahrzeugen mit den höchsten Ladeleistungen am Markt.


Trotzdem bleibt nach meinem Test ein insgesamt positiver Eindruck.


Für mich ist der EV3 vor allem interessant für Fahrer, die ein relativ kompaktes Elektroauto suchen, das im Alltag genügend Platz bietet und gleichzeitig auch regelmäßig für längere Strecken eingesetzt werden kann.